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Posts Tagged ‘Arlette Farge’

Dieser Eintrag ist ein Nachtrag. Ein Nachtrag zu einem Eintrag in diesem Blog, der vor gut einem halben Jahr die Aufmerksamkeit dafür zu wecken versuchte, Archivreisen nicht nur wissenschaftlich sondern auch lebensweltlich gewissenhaft vorzubereiten. Retrospektiv ist dieser Nachtrag der Eintrag eines Gescheiterten. Gescheitert nicht in den Gesten des wissenschaftlichen Sammelns, gescheitert nicht in den Irrfahrten des Lebensweltlich_Alltäglichen, gescheitert an der unvernünftigen Überzeugung, dass « man Geschichte nicht schreibt, um sie zu erzählen, sondern um in einen Diskurs zu gleiten », der gegenwärtiger nicht sein könnte: über die Menschen und das Vergessen, über das Leben und den Tod.

« Die Rückkehr aus dem Archiv » ist manchmal schwierig; auf die physische Freude über (wieder)gefundenes, wissenschaftliches Material folgen die Zweifel, vermischt mit der Machtlosigkeit, die darin liegt, nicht zu wissen, wie die lebensweltlichen Spuren der Archivreise in das wissenschaftliche Material einzuflechten sind. Im Arbeits_Raum des Historikers, im Raum seiner Selbst, verschränkt sich die Ordnung des wissenschaftlichen Materials auf wundersame Weise mit der Unordnung der lebensweltlichen Spuren und verwebt Material und Spur, Erzählung und Fiktion, ineinander. Die Bettwanzen der unteren Etage des Doppelstockbetts vermengen sich mit den Erfahrungen des lichtgefluteten, wohl erkämpften, vordersten Sitzplatzes im Archiv. Die weingetränkten Einträge im Tagebuch beginnen sich mit dem Geschmack des kolonialen Blattes zu vermischen. Die französische Geliebte der Nacht wird zur Archivarin des Tages. (mehr …)

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