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Posts Tagged ‘Berlin’

Am Donnerstag und Freitag wurde auf der Tagung „Zugang gestalten“ im Jüdischen Museum Berlin über Verantwortung für den und Probleme mit dem Zugang zum kulturellen Erbe im digitalen Zeitalter diskutiert.

Pastoral ging es los und mensch fragte sich, ob das kulturelle Erbe so viele rhetorische Kunstpausen braucht, wie Dr. Klimpel sie einstreute. Hängt das damit zusammen, dass ihm als Junge in der Stadtbücherei niemand Gratismentalität vorgeworfen hat? Mit dem gesponsorten Mate-Drink und den Twitterkommentaren vor sich, sah mensch dem Tag aber trotzdem gespannt entgegen …

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Neulich irgendwo tief in Westberlin, wo ich mich sonst selten herumtreibe, wurde ich Zeugin der folgenden Szene.

Gelbes Packset mit 3,5 cm dicker Doktorarbeit daraufliegend

Kundin 1 wuchtet einen 12 kg schweren Karton auf den Tisch: »Ich müsste das hier irgendwie verpacken und verschicken.«

Angestellter: »Packen Sie das mal aus, dann schaun wir mal.«

Kundin 1 entnimmt dem Karton sieben dicke Din A4-Bände.

Angestellter: »Oh, das sieht nach Arbeit aus.«

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„Es gibt auch Menschenrechte

selbst für Bundespräsidenten.“

(Christian Wulff)

Wenn Thomas Hobbes in De Cive (1642) in seiner berühmt gewordenen Sentenz erklärt: „der Mensch ist des Menschen Wolf“ (homo homini lupus), um damit die Notwendigkeit eines Souveräns zu begründen, der die Menschenwölfe davon abhält, sich wie solche zu verhalten, so legt ein neuerlich in der Hauptstadt aufkommender Sprachgebrauch die Abwandlung des metaphorischen Polyptotons nahe, nämlich dass der Souverän auch nur ein Mensch und der Menschen Wulff ist.

Wie mir kürzlich zu Ohren kam, hat sich für das damit verbundene Menschenrecht bereits ein eigenes Verb gefunden, das noch einer genaueren lexikalischen Rubrizierung bedarf, seine grundsätzliche Semantik aber bereits erkennen lässt:

wulf|fen <sw. V.; 1. in Bezug auf Personen: bewusst oder unbewusst einen unentgeltlichen Nießbrauch zulassen, sich etw. wulffen, etw. gewulfft bekommen, jmd. etw. zuwulffen. 2. in Bezug auf Dinge oder Dienstleistungen: unbemerkt oder ungewollt den Nutznießer wechseln, verwulfft werden, jmdn. umwulffen.

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Als notorische Bahnreisende ist mir die Spezies der Autofahrer_innen eher fremd. Ich verstand also nur Bahnhof, als ich an einem ebensolchen, von mir häufig frequentierten Ort das folgende Schild las:

Was mensch als Autofahrer_in so alles erleben kann. Welche Welten mögen sich da wohl eröffnen, wenn man mit einem Auto einen Stellplatz ansteuert? Aber was vor allem hat es mit dem Zyklus des  Parkens auf sich?

Haben Autofahrer_innen so zwei Tage bevor sie parken wollen oder müssen grundlos schlechte Laune, sind schräg drauf und fangen wegen jedem Mist an zu heulen? Und schmerzt es dann erstmal einen Tag, wenn das Auto in den Stellplatz eingeparkt wurde, bis man entspannter loslassen kann und sich an die vorübergehend neue Weltsicht ohne Auto gewöhnt hat?

Wenn mich jemand aufklären könnte …

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Habe ich den dritten Oktober jetzt verpasst, wollte ich ihn verpassen oder warte ich gar noch auf ihn? Mein halbes Leben lang schlage ich mich nun mit der Vergangenheit rum, starre ich auf die Wende, die Wiedervereinigung oder die wie-auch-immer-Erinnerung. Der dritte Oktober hat dabei nie eine große Rolle gespielt. Eher schon meine Dynamo-Berlin-Medaillensammlung aus dem Frühsommer 1989. Bronze im Sprint, Silber im Dreisprung; völlig überraschend, nachdem ich ein Jahr zuvor noch chancenlos gewesen war. Vielleicht lag es am veränderten Teilnehmerfeld, vielleicht an meiner neuen mentalen und physischen Stärke. Am dritten Oktober lag es nicht, den gab es damals gar nicht. Und ehrlich gesagt, verwischt er auch die Spuren meines Erfolges. Und darum mag ich ihn nicht, darum habe ich ihn verpasst und darum werde ich weiter auf ihn warten.

In Gedenken an Gundi

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Die Sonne scheint und wer will da, wenn sie es denn einmal tut, noch drinnen am Schreibtisch sitzen bleiben. Also habe ich, Luxus der Freiberuflichkeit, mein Büro nach draußen verlegt. Ich bin in mein Stammcafé an der Kreuzberger Riviera gegangen, für Berliner Verhältnisse ‚um die Ecke‘, sehr guter Caffè, leicht zerstreuter, aber freundlicher Service und viel Sonne. Meist verbringe ich hier nur die Mittagspause, mit Büchern oder zu lesenden Texten bestückt. Heute habe ich mein Notebook mitgebracht und, weil es hier keinen Hotspot gibt – normalerweise ein weiterer Pluspunkt –, physische Nachschlagewerke für meine Arbeit. Die habe ich früher wohl öfter benutzt, sagt mir deren zerfledderter Zustand.

Wir Laptop-Poser sind hier zwar schon zu dritt (darunter erstaunlicherweise nur ein Macbook), die anderen gehen entweder über ihr Mobilfunkgerät ins Netz oder kommen wie ich mal ein paar Stunden ohne aus, weil Sonnetanken und guter Caffè wichtiger sind als die allzeitige Verbindlichkeit. Trotzdem fühle ich mich irgendwie seltsam, plötzlich noch viel sichtbarer Teil des Problems zu sein.

Welches Problem? Nun, das benennt ganz gut die noch relativ neue Inschrift über dem Supermarkt in unserem Kiez, der bei den einen schon immer Platzangst, bei den anderen (mir zum Beispiel) schöne Erinnerungen an Campingplatzurlaube hervorgerufen hat. Prangte dort jahrelang die legendäre Inschrift „This is not America“, so ist dort seit einer Weile zu lesen: „This is not Kreuzberg“.

Der Zustrom zahlreicher Touristen und entsprechende Veränderung der Infrastruktur (Cocktailbars statt Geschäfte für die tatsächlich hier Wohnenden), vor allem aber extrem steigende Mieten bringen hier schon seit einiger Zeit die Bevölkerung in Aufruhr, die sich fragt, wie lange sie sich das Leben in ihrem angestammten Kiez noch leisten kann. Prenzlbergisierung ist das Stichwort, das auf Kiezversammlungen drohend aus vielen Mündern kommt.

Und hier im Café ist diese schon ziemlich weit fortgeschritten. (mehr …)

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das ist doch kein wetter!

Damit es nicht zu emotional wird, beschränke ich mich aufs Zitieren derer, die das professionell beurteilen:

Deutschland erlebte 2011 einen trüben, besonders im Südwesten kühlen und vor allem im Osten nassen Juli. Es war der erste zu kühle Monat in diesem Jahr. Im Vorjahr hatte der Juli noch mit viel Sonnenschein und großer Hitze aufgetrumpft. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

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