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Posts Tagged ‘Intersektionalität’

Bereits im Oktober letzten Jahres ging die Website zum Forschungsprojekt #frauenzählen online. Die Hauptergebnisse der Studie, für die innerhalb eines Monats 2036 Buchbesprechungen in 69 deutschen Medien (Print, Hörfunk, TV) sozialwissenschaftlich ausgewertet wurden, sind folgende:
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Am 6. März 2019 hatte das Literarische Colloquium Berlin sich und uns James Baldwin »auf Wiedervorlage« gelegt (vgl. Veranstaltungsankündigung). Erster Programmpunkt war der Dokumentarfilm I Am Not Your Negro (Raoul Peck, 2016), der auf beeindruckende Weise deutlich macht, wie aktuell Baldwins Werk auch heute noch ist und dass die notwendige grundlegende Veränderung der Verhältnisse noch immer aussteht.

Anschließend waren die Übersetzerin Miriam Mandelkow, deren Neuübersetzungen von Baldwins Werken seit 2018 bei dtv erscheinen, und die Autoren Max Czollek, Michael Götting und Temye Tesfu eingeladen, Lieblingstextstellen aus Baldwins Texten vorzustellen und zu diskutieren. (mehr …)

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„Wie alt wirst Du sein, wenn Du nicht mehr schwul sein wirst?“ Das war ein Satz, bei dem ich aufhorchte.

Ich befand mich gerade auf dem Heimweg von einer Tagung, auf der in einer Runde engagierter WissenschaftlerInnen neueste Erkenntnisse zur Analyse „intersektionaler und narrativer Konstruktionsprinzipien von Differenz in Literatur und Film“ diskutiert worden waren. Es ging kurz gesagt darum, auf welche Weise in Texten und Filmen Differenzkategorien wie Alter, Geschlecht, Nationalität, Ethnizität, Klasse/Schicht eingesetzt werden, um spezifische Identitätsmodelle zu konstruieren usw. Ich war also dementsprechend sensibilisiert, aber dieser Satz hätte mich auch ohne wissenschaftliches Interesse stutzig gemacht.

Franz Schwarzinger, o.T.

Franz Schwarzinger, o.T.

Eine für die akademische Community überraschende, aber überaus nahe liegende Einsicht war es gewesen, dass derartige Kategorien im ‚realen Leben’ immer schon in hybrider Form erscheinen. In den meisten Fällen überfordere die Repräsentation dieser Hybridität in Literatur und Film die Rezipienten jedoch derart, dass erfolgreiche Krimiserien wie der Kriminaldauerdienst (KDD), trotz Adolf-Grimme-Preis 2008, aus den Produktionslisten der TV-Sender gestrichen werden. Was bedeutet das nur für die Realität?

Der Pool interdependenter Kategorien

Ich konnte diesem Problem nachgehen: Gegen Abend allein in einem menschenleeren Zug sitzend, trampelten plötzlich laute Schritte in den Waggon und eine junge Schwarze, mit Ketten, bunten Ohrringen und vielen Taschen behangen, ließ sich geräuschvoll auf dem Platz hinter mir nieder. Sie war 16 Jahre alt oder vielleicht auch 14, denn junge Mädchen sehen ja immer schon viel älter aus als sie es tatsächlich sind, und sie zog sofort einen Gameboy heraus, um mit piependen Geräuschen ein Computerspiel zu spielen.

Nach einiger Zeit gesellte sich ein älterer Mann in unser leeres Abteil, der sich etwa entfernt niederließ. Ich nehme an, er war marokkanischer oder algerischer Herkunft. (mehr …)

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