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Posts Tagged ‘Joy Cowley’

Als „das wohl am weitesten entfernte Nachbarland der Bundesrepublik Deutschland“ bezeichnete Außenminister Westerwelle Neuseeland bei der feierlichen Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am 9.10.2012, weil es „gemeinsame Werte“ mit Deutschland habe. Zugleich aber sei es, wegen der polynesischen Einflüsse, ein „Tor zur exotischen Welt“: „Wer je den Atem des Gegenübers gespürt hat, wenn sich die Nasen bei einer Begrüßungszeremonie der Maori treffen, wird dieses Erlebnis nicht mehr vergessen.“ Die im Anschluss an anderthalb Stunden Reden stattfindende Präsentation des diesjährigen Gastlandes legte den Schwerpunkt dann zunächst auf das exotische Moment. Bei Wein (und irgendwo gab es wohl auch Häppchen) konnten die Gäste diverse Maori-Tänze bewundern. Während diese körperliche Präsenz zeigten, übernahmen anschließend weitgehend die aufgestellten Leinwände, um die vom stellvertretenden Premierminister Neuseelands benannte Spanne „from traditional Maori storytelling to the storytelling of the future“ zu visualisieren. Weil sich das Faszinierende der Literatur, das Leseerlebnis im Kopf der jeweiligen Leserin, schwer als Massenevent vermitteln lässt, lag hier ein Schwerpunkt auf Graphic Novels, Literaturverfilmungen (z.B. Whale Rider) und Bilderbüchern.

Schon vor diesem zweiten Teil der Eröffnungsfeier, der auf eine Verbindung von Sehen, Hören und Schmecken setzte, faszinierte die 64. Hokohoko Pukapuka ki Frankfurt (Maori für Eröffnung der 64. Frankfurter Buchmesse) für bisher mit Neuseeland weniger vertraute Gäste zunächst vor allem durch den schönen Klang jener Sprache. Vielleicht liegt es bloß am anderen Zeitempfinden, wenn man sich nicht um semantisches Verstehen bemüht, doch der Sprecher vom Band schien sich gleichsam selbst die Zeit zu nehmen, dem Klang seiner Worte zu lauschen. Leider wurde nur ins Deutsche und Englische gedolmetscht, sonst hätte ich mich für Kopfhörer entschieden und für den Klang wohl großenteils auf das Verständnis des Inhalts verzichtet. So aber gab es, bevor die Buchmesse durch den Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, wie seit 1825 üblich, mit dem Hammer eröffnet wurde, eine Reihe von Reden. (mehr …)

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