Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Kommunikation’

Ein Gastbeitrag von GPT-2
Übersetzung: GoogleÜbersetzer und DeepL

Sie saß im Wintergarten und tippte zögerlich die Tasten ihres Laptops ein. Sie hörte ein leises, gemurrtes Klicken, als zwei Frauen eintraten. Sie vermutete, dass es wahrscheinlich ein Reiseleiter oder ein Privatdetektiv war.
Und nachdem sie die letzte Nachricht eingegeben hatte, öffnete sich das Fenster und die Sekretärin tippte eine Antwort ein: »Wie war dein Tag? Hast du etwas Interessantes gefunden?«
Charlotte stand auf und trat an die Luke. Sie runzelte die Stirn und hob ihre schwarzen Schuhe auf. Eine Digitalkamera hing an einem blauen Schlauch neben der Luke.
»Was ist das?«

Die Frage ist, ob die Zukunft der literarischen Übersetzung in der Übersetzung maschinen­geschriebener Literatur liegt. (mehr …)

Read Full Post »

Auf der Fortbildung zum Thema Sprachwandel im Literarischen Colloqium Berlin, von der ich zuletzt berichtete, beschäftigte sich ein Vortrag und eine Werkstatt mit dem Thema »Leichte Sprache« als ein Produkt bewusster Sprachlenkung. Als Vortragende eingeladen war die Linguistin Bettina M. Bock, die neben den Themen Inklusion, Schulbuch, DDR (z.B. Publikationen zum Sprach­gebrauch von IM), auch zu Leichter Sprache geforscht und das Buch Leichte Sprache – kein Regelwerk herausgegeben hat (Volltext als PDF-Download bei der Universität Leipzig).

»Leichte Sprache« – was ist das überhaupt?

Foto der gleichnamigen Powerpoint-Folie

»Das macht die Bundes-Bank. Erklärt in Leichter Sprache«

Die Leichte Sprache ist eine künstlich geschaffene Varietät des Deutschen, die intuitiv in der Praxis entwickelt wurde. Die benannte Zielgruppe ist durchaus heterogen: Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung/ Menschen mit Lernschwierigkeiten, Deutschlernende, Menschen mit geringen Lese­kompetenzen, Jugendliche mit geringer Bildung, Demenzkranke … (mehr …)

Read Full Post »

Im Literarischen Colloquium Berlin werden regelmäßig eintägige Fortbildungen für Übersetzer*innen und andere Sprachinteressierte angeboten. Ging es im September 2019 um diskriminierungs­sensibles Schreiben und Übersetzen (vgl. meinen Bericht hier im Blog), stand als nächstes das Thema Sprachwandel und -lenkung in allgemeinerer Form auf dem Programm. Als Referentin eingeladen war dazu Ulla Fix, emeritierte Linguistik-Professorin der Uni Leipzig, die ihre linguistischen Forschungsfragen immer wieder auch an literarische Texte gerichtet hat (vgl. Publikationsliste auf ihrer Homepage). Unter dem Vortragstitel »Was trauen und was muten wir den Wörtern zu?«, gab sie einen Überblick über verschiedene Arten der Sprachlenkung durch die »unsichtbare«, die »sichtbare« und die »individuelle Hand«.
(mehr …)

Read Full Post »

Wichtiger Hinweis:

Aufgrund erhöhten Postaufkommens kann es auf absehbare Zeit zu Verzögerungen bei der Bearbeitung kommen. Bitte sehen sie deshalb von Rückfragen zum Sachstand ab.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Als Teil des Briefkopfes einer großen Bundesbehörde klärt dieser Hinweis seine Leser über die doppelte Überflüssigkeit ihrer Nachfragen zum Sachstand auf. Denn erstens wird man sowieso keine Auskunft zum Sachstand erhalten und zweitens hält man den Sachstand ja gerade in den Händen, nämlich in der Form des Briefinhaltes. Selbst wenn man den Sachstand nicht verstanden hat, bleiben Nachfragen zwecklos, denn jede Nachfrage erzeugt ja einen neuen Sachstand, über den Auskunft zu geben sich immer schon erübrigt haben wird. Jeder Versuch, die weitere Kommunikation in absehbarer Zeit zu beschleunigen, wird also zwingend zu einer Verzögerung der Kommunikation auf unabsehbare Zeit führen.

Da der Leser nun aber weiß, dass die Vermeidung von Sachstandsnachfragen das erhöhte Kommunikationsaufkommen reduzieren wird, heißt das ja, dass die Voraussetzung der Information durch die Information selbst beseitigt worden ist. So dass nach der Lektüre des wichtigen Hinweises mit verminderten Verzögerungen in der Bearbeitung zu rechnen ist. Daraus folgt, dass Rückfragen zum Sachstand nun eine bessere Chance auf Beantwortung haben werden. Weil das aber alle Leser des wichtigen Hinweises denken werden, wird das erhöhte Postaufkommen einen Sachstandsrückfragenstau erzeugen, so dass es auf absehbare Zeit zu Verzögerungen bei der Bearbeitung kommen wird.

Die Sachstandsrückfragenstaumeldung erzeugt also erst den Stau, dessen doppelte Überflüssigkeit zur Stockung dessen verhilft, worüber Auskunft zu geben sich immer schon erübrigt haben wird.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Read Full Post »

Seit einigen Jahren kann man im Bereich  „Kultur oder Wissenschaft“ ein neuartiges Phänomen beobachten, das sich einem veränderten medialen Verhältnis von Wissenschaft und Esoterik verdankt. Mir scheint es jedenfalls neu zu sein: der Übergang der Konkurrenz zweier Weltanschauungen in einen offenen Glaubenskrieg.

Weltanschaulicher Separatismus

Wenn die Esoterik – oder das, was skeptische Menschen schnell „esoterisch“ nennen – innerhalb der letzten Jahrzehnte ein verbreiteter Teil kollektiver oder privater Denk- und Lebensstile geworden ist, so hat sich diese Entwicklung weitgehend unbeschadet oder einfach parallel zu den wissenschaftlichen Diskursen vollziehen können. Beide Diskurs-Sphären entsprachen separierten Öffentlichkeiten. Was die „Esos“ sagten, konnte von Wissenschaftlern ignoriert, belächelt, verachtet oder auch mit heimlicher Sympathie aufgenommen werden, und was die Wissenschaftler sagten, konnten die Esos entweder in ihrem Sinne (um)interpretieren oder eben als die beschränkte Form von Rationalität betrachten, die man ja gerade zu überwinden versucht.

Für beide Seiten – die Anhänger wissenschaftlicher und spiritueller Weltanschauungen – gab es für eine ganze Weile eher selten Veranlassung, öffentlich miteinander in Kontakt zu treten. Man wusste voneinander, war aber in der Regel voneinander abgestoßen. Positionen, die zwischen beiden zu vermitteln versuchten, waren eher die Ausnahme und hatten es schwer, zumindest von den Wissenschaftlern ernst genommen zu werden. Die verhinderte Kommunikation war auch medientechnisch sanktioniert, insofern die Diskurse vor allem auf dem Papier unterschiedlicher Verlage und in separierten sozialen Kreisen stattfanden. Das hat sich nun geändert. Schuld daran ist das Internet. Es hat die Kontaktsperre aufgehoben – und die Meuten aufeinander losgelassen. (mehr …)

Read Full Post »

Michel Serres, Foto: Linda A. Cicero

Michel Serres’ Philosophie könnte folgendermaßen charakterisiert werden: Wenn zwei miteinander streiten, freut sich der Dritte. Diese entschiedene Verzerrung eines Denkens, das sich von der Wissensgeschichte über eine subversive synästhetische Theorie bis hin zu eben jenem Recht der Natur erstreckt, zehrt ihrerseits von Serres’ Begriff des Kommunikation, den er in den 60er und 70er Jahren in Anschlag zu bringen wusste, als die französische Avantgarde des (Post-)Strukturalismus dem Begriff der Produktion in diversen Theoriebildungen nachging. Hierbei war es ihm weniger darum zu tun, das Medium als eigentliche Nachricht zu ermitteln, als jenen Zwischenraum zu erkunden, der zwei disparate Seiten in Übertragungsphänomenen sowohl trennt als auch mittels eines mehr oder weniger variablen Codes verbindet.

Die Gespräche zum Wassermusikfestival im Haus der Kulturen der Welt, das dieses Wochenende in Berlin stattfand, brachten so nicht allein ein äußerst dynamisches und komplexes Denken eines Philosophen zum Vorschein, sondern vollzogen gleichsam in Echtzeit eine Theorie der Relation, deren Grundannahme darin besteht, den Abfall, das Rauschen, die Reibung, das Knistern, das Beiherspielende oder, wie Serres es einmal nannte: das Parasitäre, als notwendige Bedingung des nicht nur gesellschaftlichen Zusammenseins zu setzen.

Serres illustrierte dies mehrmals anhand des Übersetzens: Während er auf Französisch vortrug und das Publikum über Kopfhörer die Simultanübersetzung von u. a. Vincent v. Wroblewsky, dem Sartre-Übersetzer, genießen konnte, kommentierten Lorenz Engell oder Alexander Kluge auf Deutsch. Der Dritte, so Serres, bildet in diesen Gesprächen das notwendige Übel, den unerlässlichen Parasiten, der einerseits die Kommunikation zwischen beiden und dem anderen Dritten, sprich dem Publikum, ermöglicht sowie andererseits das Gerede verzerrt, verunreinigt, ja sogar veruntreut, manipuliert, verschleppt. (mehr …)

Read Full Post »