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Posts Tagged ‘Kreuzberg’

Die Sonne scheint und wer will da, wenn sie es denn einmal tut, noch drinnen am Schreibtisch sitzen bleiben. Also habe ich, Luxus der Freiberuflichkeit, mein Büro nach draußen verlegt. Ich bin in mein Stammcafé an der Kreuzberger Riviera gegangen, für Berliner Verhältnisse ‚um die Ecke‘, sehr guter Caffè, leicht zerstreuter, aber freundlicher Service und viel Sonne. Meist verbringe ich hier nur die Mittagspause, mit Büchern oder zu lesenden Texten bestückt. Heute habe ich mein Notebook mitgebracht und, weil es hier keinen Hotspot gibt – normalerweise ein weiterer Pluspunkt –, physische Nachschlagewerke für meine Arbeit. Die habe ich früher wohl öfter benutzt, sagt mir deren zerfledderter Zustand.

Wir Laptop-Poser sind hier zwar schon zu dritt (darunter erstaunlicherweise nur ein Macbook), die anderen gehen entweder über ihr Mobilfunkgerät ins Netz oder kommen wie ich mal ein paar Stunden ohne aus, weil Sonnetanken und guter Caffè wichtiger sind als die allzeitige Verbindlichkeit. Trotzdem fühle ich mich irgendwie seltsam, plötzlich noch viel sichtbarer Teil des Problems zu sein.

Welches Problem? Nun, das benennt ganz gut die noch relativ neue Inschrift über dem Supermarkt in unserem Kiez, der bei den einen schon immer Platzangst, bei den anderen (mir zum Beispiel) schöne Erinnerungen an Campingplatzurlaube hervorgerufen hat. Prangte dort jahrelang die legendäre Inschrift „This is not America“, so ist dort seit einer Weile zu lesen: „This is not Kreuzberg“.

Der Zustrom zahlreicher Touristen und entsprechende Veränderung der Infrastruktur (Cocktailbars statt Geschäfte für die tatsächlich hier Wohnenden), vor allem aber extrem steigende Mieten bringen hier schon seit einiger Zeit die Bevölkerung in Aufruhr, die sich fragt, wie lange sie sich das Leben in ihrem angestammten Kiez noch leisten kann. Prenzlbergisierung ist das Stichwort, das auf Kiezversammlungen drohend aus vielen Mündern kommt.

Und hier im Café ist diese schon ziemlich weit fortgeschritten. (mehr …)

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Ich stehe noch unter der Dusche, da dreht der Nachbar die Musik auf Konzertlautstärke: „Und mein Name ist Mensch“. Ach ja, denke ich, 1. Mai in Kreuzberg; und dass das sicherlich nicht der letzte Ton heute sein wird, Steine und Scherben mal sehen. Beim Frühstück läuft nebenan dann „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“, und die Frage taucht auf, wo eigentlich unsere Ton Steine Scherben-Platte abgeblieben ist. Statt nach der Platte zu suchen, setzte ich mich an diesem Tag der Arbeit aber erst mal an meine Steuererklärung, danach stürze ich mich draußen ins Getümmel.

Im Görli zunächst das übliche Wochenendspektakel: Bäume werden mit rosa Garn umsponnen, die Grillgesellschaft tafelt, in einer Ecke dreht sich ein halber Hammel am Spieß. Auf der Skalitzer Straße Richtung Kottbusser Tor dann der Wettstreit der Subwoover; im Gehen mischt sich Techno mit Oriental Breakbeats, bekommt an der nächsten Ecke ein paar Ragga-Obertöne. (mehr …)

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