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Posts Tagged ‘Literatur’

Am 5. September hatte das Literarische Colloquium Berlin zu einer ganz­tägigen Übersetzer*innen-Fortbildung zum Thema »Fremde Texte – eigene Texte« eingeladen. Die Übersetzerinnen Gabriele Leupold und Eveline Passet, Kuratorinnen dieser Fortbildungsreihe, sagten einleitend, das Thema sei u.a. inspiriert von der Welle hoch­kochender Emotionen im Mailing-Forum des Berufs­verbands der Literatur­übersetzer*innen, nachdem der Verbands­name geschlechter­gerechter angepasst wurde zu »Verband deutsch­sprachiger Übersetzer/innen literarischer und wissen­schaftlicher Werke e.V.« (mit Slash, also keines­wegs allzu neu­modisch oder diversere Geschlechter mitberück­sichtigend, und man kann nicht behaupten, dass der Name vorher besonders griffig gewesen wäre, weshalb intern ohnehin alle nur VdÜ sagen). Es solle jedoch nicht nur um das Gendern gehen, sondern all­gemeiner darum, inwieweit wir beim Über­setzen von Texten eigene An­passungen vornehmen.

Referent am Rednerpult, neben ihm an die Wand projiziert steht

Anatol Stefanowitsch stellte seinem Vortrag im LCB eine Inhaltswarnung voran.

Um hoch­kochende Emotionen ging es auch im Vortrag des Sprach­wissenschaftlers Anatol Stefanowitsch, bekannt u.a. durch Sprachlog.de und den »Anglizismus des Jahres«. (mehr …)

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Bereits im Oktober letzten Jahres ging die Website zum Forschungsprojekt #frauenzählen online. Die Hauptergebnisse der Studie, für die innerhalb eines Monats 2036 Buchbesprechungen in 69 deutschen Medien (Print, Hörfunk, TV) sozialwissenschaftlich ausgewertet wurden, sind folgende:
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Am 6. März 2019 hatte das Literarische Colloquium Berlin sich und uns James Baldwin »auf Wiedervorlage« gelegt (vgl. Veranstaltungsankündigung). Erster Programmpunkt war der Dokumentarfilm I Am Not Your Negro (Raoul Peck, 2016), der auf beeindruckende Weise deutlich macht, wie aktuell Baldwins Werk auch heute noch ist und dass die notwendige grundlegende Veränderung der Verhältnisse noch immer aussteht.

Anschließend waren die Übersetzerin Miriam Mandelkow, deren Neuübersetzungen von Baldwins Werken seit 2018 bei dtv erscheinen, und die Autoren Max Czollek, Michael Götting und Temye Tesfu eingeladen, Lieblingstextstellen aus Baldwins Texten vorzustellen und zu diskutieren. (mehr …)

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Über den Papierhandtüchern in einer Toilette steht "Auch als e-Book erhältlich"

Alle Fotos: mimmiamara

Zwischen Familie, Beruf und Berufung war dieses Jahr nur ein halber Tag in Frankfurt drin, aber auch in ein paar Stunden auf der Buchmesse kann mensch viele Inspirationen tanken, auf Schritt und Tritt alte Bekannte treffen und sich gepflegt betrinken.

Frisch angekommen, schlendere ich durch Halle 3.1 und wundere mich gerade noch, warum der Stand der Deutschen Bundes­bank direkt neben den Religionen zu finden ist. Soll man auch an sie glauben?

Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus

Da stolpere ich schon in eine Veranstaltung, auf der Blogger­kollegin Juna Grossmann ihr aktuelles Buch Schonzeit vorbei. Über das Leben mit dem täglichen Anti­semitismus vor­stellt (mehr auf https://irgendwiejuedisch.com). Sie plädiert für die Beschäftigung mit lebenden statt nur mit toten Jüdinnen und Juden. Es sollte auch in der Bildung viel mehr um heutiges jüdisches Leben gehen; statt Gedenk­stätten zu besuchen, also z.B. Bücher lebender Jüdinnen­*Juden lesen. Weil die jüdische Gemeinde eher klein ist und nicht jede*r persönlich eine Jüdin kennt, gibt es u.a. Aktionen wie „rent an jew“ für Schul­klassen. (mehr …)

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Robert Menasse erzählt die EU als von Menschen gemacht – und deshalb tragikomisch

Foto der Spiegelung von Publikum und Bühne in der Glasdecke des AtriumsAls ich Unter den Linden in Berlin dieses repräsentative Atrium mit gewöhnungs­bedürftiger Akustik betrete, trauere ich ja doch ein wenig der intimen Atmosphäre im Buchhändler­keller nach, wo ich vor etlichen Jahren Robert Menasse bei seiner Lesung aus Ich kann jeder sagen lauschte und wo man von allen Plätzen jede Träne im Augenwinkel des Autors erkennen konnte. Aber natürlich sei ihm der Deutsche Buchpreis gegönnt, er hat ihn verdient! Und so gehe ich wenigstens in der literatur­interessierten Menge unter, als Robert Menasse zu Beginn erst einmal ein Foto von uns schießt. Er sei ja auf Facebook und weil er da nichts Persönliches schreibe, wisse er nie, was er reinstellen soll, also postet er Fotos seines „geliebten Publikums“.

Dann aber setzt er sich zu Moderator Thomas Böhm (von den „Literatur­agenten“ auf Radio 1) auf die Bühne und erzählt von der Entstehung seines Romans Die Hauptstadt bzw. vor allem von Brüssel und Europa. Vieles davon konnte man literarisch eingebettet schon bei der Lektüre seines Romans erfahren, in der Mündlichkeit hat es jedoch erneut seinen Reiz – insbesondere Menasses schön österreichische Aussprache von „Schwein“. (mehr …)

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Wie ein Abend im Italienischen Kulturinstitut auf tierische Art den Spieltrieb weckte

Auf einer Bühne zwischen zwei Großbildschirmen sitzen drei Menschen, die Moderatorin steht am Stehpult davor.

Die Übersetzer*innen Walter Kögler, Amalia Urbano, Michaela Heissenberger und Martina Kempter gestalten einen anregenden Abend im Italienischen Kulturinstitut Berlin; Foto: Rita Seuss.

Alljährlich am 30. September, dem Todestag des Bibel­übersetzers Hieronymus im Jahre 420, wird der Internationale Übersetzertag gefeiert. Zahlreiche Veranstaltungen machen an diesem Tag auf die Bedeutung übersetzter Literatur aufmerksam und zeigen, wer hinter den Übersetzungen steht. Da uns Übersetzungen auch an allen anderen Tagen des Jahres begegnen, mag der Bericht über eine anregende Veranstaltung im Rahmen des diesjährigen Hieronymus­tags hoffentlich auch mit einem guten Monat Verspätung noch Interesse wecken. (mehr …)

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Nun, da die Wahl hierzulande ganz anagrammatisch zu einem Schlund-Date wurde (mehr zu Anagrammen auf Wikipedia), fiel mir wieder ein, dass ich mich im Juni auf amüsantere Art mit dem Land beschäftigt habe, in dem ich lebe.

Auf dem Weg zu einem Workshop mit dem Titel »Versfuß mit Pferdefuß« lautete eine der Aufgaben zur spielerischen Vorbereitung eigentlich, ein Anagramm-Gedicht aus dem Wort »Deutschland« zu machen. Im Zug hatte ich jedoch weder eine Schere zum Ausschneiden und Verschieben von Buchstaben dabei, noch war die Internetverbindung im Niemandsland zwischen Spandau und Braunschweig gut genug, einen der verfügbaren Online-Anagramm-Rechner zu verwenden. Der Anagramm-Generator auf sibiller.de hätte mir beispielsweise unter anderem folgende Gedichtzeilen ausgespuckt:

DEUTSCHLAND
SCHALTEND DU
STACHELND DU
LATSCHEND DU

Also vertrieb ich mir die Reisezeit stattdessen mit dem Verfassen von Akrosticha über unser Land. Eines hatte tatsächlich schon mit der bevorstehenden Wahl zu tun, geisterte mir doch noch die morgendliche Radionachricht durch den Kopf, dass eine große Partei sich gerade für einen Wahlspruch mit zugehörigem Twitter-Hashtag entschieden habe. Das ergab in meiner Fingerübung dann Folgendes: (mehr …)

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