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Posts Tagged ‘Männer und Frauen’

Vier Menschen auf dem Podium in roten Sesseln, dahinter ein Screen mit dem Titel der Veranstaltung

Miriam Mandelkow, Andreas Nohl, Mithu M. Sanyal und Ingo Herzke (v.l.) auf dem Podium der Buchmessen-Veranstaltung »N-Wort und Gender-Gap: Wie politisch korrekt sind Übersetzungen?«; Foto: mimmiamara

Nachdem in den akademischen Kreisen, in denen ich mich lange aufgehalten habe, schon vor etlichen Jahren eine Auseinandersetzung mit diskriminierungssensibler Sprache stattfand, scheinen solche Fragen nun endgültig auch bei einem Großteil künstlerischer Praktiker*innen des Literaturbetriebs virulent zu sein. Nach einer Fortbildung im Literarischen Colloqium Berlin im September (vgl. meinen Fortbildungsbericht) gab es auch auf der Frankfurter Buchmesse eine Veranstaltung mit dem Titel »N-Wort und Gender-Gap: Wie politisch korrekt sind Übersetzungen?« Auf dem Podium saßen Miriam Mandelkow, Übersetzerin aus dem Englischen, Andreas Nohl, Autor, Herausgeber und Übersetzer aus dem Englischen, und Mithu M. Sanyal, Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin. Moderiert wurde das Gespräch von Ingo Herzke, Übersetzer aus dem Englischen. (mehr …)

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Vor Jahren habe ich hier im Blog mal Adam und Eva herangezogen, um über unterschiedliche Schuldgefühle und Schuldzuweisungen bei als Männer oder Frauen sozialisierten Menschen zu schreiben (vgl. den Beitrag »Der Apfel ist schuld«). Durch einen spannenden Text von Debora Antmann im Missy Magazin über »Die sechs Geschlechter im Judentum« ist mir (wieder einmal) aufgefallen, wie christlich geprägt meine als allgemein widergegebene Behauptung war, »Eva sollte schuld an der Vertreibung aus dem Paradies sein, weil sie Adam verführt habe«. (mehr …)

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Bereits im Oktober letzten Jahres ging die Website zum Forschungsprojekt #frauenzählen online. Die Hauptergebnisse der Studie, für die innerhalb eines Monats 2036 Buchbesprechungen in 69 deutschen Medien (Print, Hörfunk, TV) sozialwissenschaftlich ausgewertet wurden, sind folgende:
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»A… Stopp!«, halte ich mein innerliches »Aber« an, das zu einer Grundsatzdiskussion anheben will. Schließlich bin ich doch übers Wochenende aufs Land gefahren, um mich zu erholen. Den Kopf aus- und ein paar Muskeln anspannen, damit für die Herausforderungen der nächsten Monate wieder Energie da ist.

Blick durch Blattwerk auf einen klaren SeeIch bleibe also entspannt, was mich aber nicht daran hindert, mich zu wundern. Offenbar bewege ich mich in der Stadt üblicherweise in so weit ‚aufgeklärten‘ Kreisen, dass die mir hier auf dem Land entgegenprallenden stereotypen Erwartungen an ’normale‘ Arbeitsteilung der Geschlechter wie aus einer anderen Zeit zu kommen scheinen. In der Stadt wurde meine männliche Begleitung jedenfalls noch nie per Handschlag dafür bedauert, kein Taschengeld zu bekommen, nur weil ich den Eintritt für beide zahle.

Auch der Humor des jungen und mit guter Stimme ausgestatteten Musikers in einem anderen Etablissement hier auf dem Land baut relativ einseitig auf Männer-Frauen-Witzen auf. (mehr …)

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Ich lebte einmal in einem Haus, in dessen Erdgeschoss ein Ehepaar wohnte, das sich in ein mythisches Schwellenphänomen verwandelt hat. Es war der fleischgewordene Blick des Hauses. Alle Tage saß es am Fenster und verfolgte den Lauf der Dinge, musterte gelegentlich auftretende Ungewöhnlichkeiten mit demselben Gleichmut wie das alltägliche Treiben auf der Strasse. Regungsloser noch als seine Frau war der Alte. Immerzu rauchend starrte er unverwandt alles und jeden an, der vorüberging.

"Der Alte Mann und die Zigarette" (c) Dieter Bahr

Bemerkenswert an diesen Schwellengeistern war vor allem die Immunität ihres Blicks. Ich selbst habe ihn einmal in einem verwegenen Moment auf die Probe gestellt, den Indianerblick, um zu prüfen, wer von uns zuerst wegschaute. Da ich aber nicht stehen bleiben wollte, um die Prüfung in eine Demonstration zu verwandeln – ich befand mich gerade auf dem Heimweg – war ich es, der im Kräftemesse der Blicke unterlag, denn irgendwann hatte ich ja die Haustür erreicht und musste eintreten. Bis zu diesem Moment aber lagen die vier Augen auf mich geheftet, so wie sie es immer taten, wenn ich – oder auch jemand anderes kam – nur diesmal mit dem Unterschied, dass ich die Blicke bis zur letzten Sekunde erwiderte. (mehr …)

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ApfelSchuld sein oder nicht schuld sein, das ist hier die Frage, der sich die folgenden Überlegungen widmen. Und zwar unter der vorläufigen These, dass sich die Schuldzuweisungen seit Adam und Eva verändert haben – aber nur ein bisschen. Wenn etwas schief ging, im Kleinen wie im Großen, wiesen lange Zeit als Männer erzogene Menschen die Schuld den Frauen oder einer konkreten Frau zu: Eva sollte schuld an der Vertreibung aus dem Paradies sein, weil sie Adam verführt habe; Helenas Schönheit schuld am Trojanischen Krieg und so weiter.

Diese Interpretationen wurden so erfolgreich tradiert, dass sie auch von den meisten als Frauen erzogenen Menschen als zutreffend akzeptiert wurden – und immer noch werden. Immer noch denken Frauen öfter als nötig, dass sie schuld an irgendetwas seien. Männer hingegen haben sich ein Stück weiterentwickelt. Sie sagen mittlerweile meist: „Der Apfel ist schuld.“ (Dass sie selbst eine gewisse Verantwortung tragen könnten, scheint immer noch vielen ein absurder Gedanke.)

Woher diese Behauptungen stammen? Nun, sie sind natürlich viel zu verallgemeinernd und in dieser Verabsolutierung nicht haltbar. Sie speisen sich aber aus vielen Beobachtungen im Kleinen (ohne dass ich das empirisch untersucht hätte, Widerspruch wird also gerne zur Korrektur der eigenen Weltsicht entgegen genommen). Hier drei Beispiele dieser Kleinstbeobachtungen: (mehr …)

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Eine heute im Radio und auf diversen News-Seiten verbreitete Nachricht wirft einige Fragen auf:

Lieber schön als schlau: Zwei Drittel der deutschen Frauen würden einer Umfrage zufolge auf Intelligenz verzichten, um an Attraktivität zu gewinnen. Auf die konkrete Frage «Würden Sie zehn Punkte Ihres IQ abgeben, um einen Schönheitsmakel auszugleichen?», antworteten 65 Prozent der Frauen mit «Ja». (http://www.news.de/vermischtes/855241542/umfrage-viele-frauen-waeren-lieber-schoen-als-schlau/1/)

Wer kommt überhaupt auf die Idee, solche blöden Fragen zu stellen? Schließlich schreibt die Frage selbst ja schon einen gewissen Antagonismus zwischen Schönheit und Intelligenz fest. Die Umfrage wurde offenbar von der Zeitschrift „Petra“ in Auftrag gegeben. Somit ist davon auszugehen, dass sich solche blöden Fragen und deren erschreckend blöde Antworten gut verkaufen lassen.

Erschreckend blöd? (mehr …)

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