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Posts Tagged ‘Musik’

Vorweg: Das ist keine Werbung! Wäre ja peinlich, nur was zu posten, um eine Band – nämlich Mainfelt – zu pushen, oder?! Nennen wir es eine kleine „Hommage“ – das klingt doch gleich ganz anders, anspruchsvoller, nicht so billig. Und es geht ja auch um nichts weniger als das Erreichen eines großen Ziels: mindestens 100%, ganz oder gar nicht – aber dazu am Ende mehr.
Was also hat es mit den 4 sympathischen Herrschaften aus Südtirol bzw. ihrer Musik auf sich, dass sie hier bewor…ähm ich meine: vorgestellt werden sollen?
©Mainfelt/Severin Dostal

©Mainfelt/Severin Dostal

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»A… Stopp!«, halte ich mein innerliches »Aber« an, das zu einer Grundsatzdiskussion anheben will. Schließlich bin ich doch übers Wochenende aufs Land gefahren, um mich zu erholen. Den Kopf aus- und ein paar Muskeln anspannen, damit für die Herausforderungen der nächsten Monate wieder Energie da ist.

Blick durch Blattwerk auf einen klaren SeeIch bleibe also entspannt, was mich aber nicht daran hindert, mich zu wundern. Offenbar bewege ich mich in der Stadt üblicherweise in so weit ‚aufgeklärten‘ Kreisen, dass die mir hier auf dem Land entgegenprallenden stereotypen Erwartungen an ’normale‘ Arbeitsteilung der Geschlechter wie aus einer anderen Zeit zu kommen scheinen. In der Stadt wurde meine männliche Begleitung jedenfalls noch nie per Handschlag dafür bedauert, kein Taschengeld zu bekommen, nur weil ich den Eintritt für beide zahle.

Auch der Humor des jungen und mit guter Stimme ausgestatteten Musikers in einem anderen Etablissement hier auf dem Land baut relativ einseitig auf Männer-Frauen-Witzen auf. (mehr …)

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Man muss gespannt sein auf den neuen Film von Mika Kaurismäki. Ab dem 10. November wird Mama Africa – Miriam Makeba in den deutschen Kinos anlaufen. In seinem Dokumentaressay entwirft Mika Kaurismäki, Bruder des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki, eine Hommage an die große Stimme Afrikas, Miriam Makeba (1932-2008).

Die südafrikanische Musikerin mit dem klangvollen Namen Zenzile Makeba Qgwashu Nguvama Yiketheli Nxgowa Bantana Balomzi Xa Ufun Ubajabulisa Ubaphekeli Mbiza Yotshwala Sithi Xa Saku Qgiba Ukutja Sithathe Izitsha Sizi Khabe Singama Lawu Singama Qgwashu Singama Nqamla Nqgithi kämpfte seit den 1960er Jahren mit ihrem Gesang gegen Armut, Apartheid und Diskriminierung. Die Musik war ihre Waffe, um für Frieden und soziale Gerechtigkeit zu streiten.

In ihren Liedern vereint Makeba die musikalischen Traditionen der Xhosa und Zulu, ihrer südafrikanischen Ahnen, mit dem westlichen Jazz und Funk der 60/70er Jahre. Sie singt über das Leben in den Townships von Kapstadt und Johannisburg, über den sexuellen Missbrauch an jungen Frauen, die dem Wahn zum Opfer fallen, Sex mit Jungfrauen könnte AIDS heilen. Ihre Lieder sprechen von Gewalt, Armut und Umweltverschmutzung – aber auch von der Kraft des Menschen, die Dinge zu verändern. Von der Liebe und der Macht der Musik, die Herzen zu befrieden und die Menschen zum Aufbruch zu bewegen.

„Ich singe nicht über Politik. Ich erzähle Geschichten meines Landes“, soll sie gesagt haben.

Wegen ihres engagierten Auftretens durfte Makeba 1960 nicht mehr nach Südafrika einreisen. Sie lebte in London, den USA und wurde auch dort ausgewiesen, nachdem sie 1968 den „Black Power“-Aktivisten Stokely Carmichael geheiratet hatte. (mehr …)

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Ich stehe noch unter der Dusche, da dreht der Nachbar die Musik auf Konzertlautstärke: „Und mein Name ist Mensch“. Ach ja, denke ich, 1. Mai in Kreuzberg; und dass das sicherlich nicht der letzte Ton heute sein wird, Steine und Scherben mal sehen. Beim Frühstück läuft nebenan dann „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“, und die Frage taucht auf, wo eigentlich unsere Ton Steine Scherben-Platte abgeblieben ist. Statt nach der Platte zu suchen, setzte ich mich an diesem Tag der Arbeit aber erst mal an meine Steuererklärung, danach stürze ich mich draußen ins Getümmel.

Im Görli zunächst das übliche Wochenendspektakel: Bäume werden mit rosa Garn umsponnen, die Grillgesellschaft tafelt, in einer Ecke dreht sich ein halber Hammel am Spieß. Auf der Skalitzer Straße Richtung Kottbusser Tor dann der Wettstreit der Subwoover; im Gehen mischt sich Techno mit Oriental Breakbeats, bekommt an der nächsten Ecke ein paar Ragga-Obertöne. (mehr …)

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Wie schon letztes Jahr gebe ich auch im kommenden Sommersemester ein Seminar über den Islam in Europa. Um das Klientel — Lehramtsstudierende aller Fächer — mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass muslimische Identität grundverschiedene Formen annehmen kann, nutzte ich beim letzten Mal Youtubevideos, die über die unterschiedlichen Arten Aufschluss gaben, auf die deutsche Rapper mit muslimischem Hintergrund ihre Religiosität definieren. Dabei wählte ich neben dem Provo-Proll Bushido, dem puritanischen Missionar Ammar114 und dem notorischen Antisemiten Hasan K auch den Berliner (Ex-)Gangsterrapper Deso Dogg. Der gab sich in „Wilkommen in meiner Welt“ als Verbrecher auf der Suche nach Läuterung, dem der Islam ein Gegengewicht und ein möglicher Ausweg aus einer „Welt voll Hass und Blut“ ist.

Im kommenden Semester ist er für diese ambivalente Rolle kaum noch geeignet (mehr …)

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Adolek Kohn

„Das ist das Versprechen der Popmusik“, sagt ein Freund immer zu mir, wenn ich mir wieder einmal irgendwie ertappt vorkomme, weil ich mich in fast jedem Lied einer von ihm zusammen gestellten CD wiedererkenne, und frage, woher er wusste, wie es mir geht und was mich gerade beschäftigt. So oft sehen wir uns nun auch nicht. Es ist das Versprechen der Popmusik, das jede_r sich darin selbst zu finden meint, wohl auch, weil wir sie selektiv auf einzelne Verse hin hören, es nicht immer notwendig scheint, die gesamte Geschichte (im Sinne sowohl des historischen Entstehungskontexts als auch des Plots) mitzubedenken. Auch kann mensch ebenso Männer- wie Frauenstimmen für sich sprechen bzw. singen lassen, sich gar im selben Lied mal mit dem singenden Ich, mal mit der angesungenen Du identifizieren. Die Konstellationen verschiedener Projektionen überlagern sich, werden von der Musik aufgenommen, erzeugen interessante Klänge, ohne wie im lineareren Medium der Schrift etwa eines Romans zu sagen: Naja, meine Geschichte ist eben doch eine ganz andere und letztlich nicht vergleichbar oder gar in Deine integrierbar.

Es war noch vor dem endgültigen Sieg der CD über die Kassette, als sich auf einem der Mixtapes, die ich von besagtem Freund bekam, u.a. „I will survive“ befand, in der Coverversion von Cake natürlich. In wie vielen Lebensstadien und -lagen ich schon auf dieses Lied, sowohl in der Original- als auch in Coverversionen, getanzt habe. Es war mir immer schon irgendwie kitschig vorgekommen und doch erzeugte es beim Tanzen jeweils eine Versenkung in mich selbst, eine Identifikation mit dem singenden Ich. Und irgendeinen (meist banalen) Grund gab es immer, ein trotziges „I will survive“ für sich zu reklamieren: Ich werde es überleben, dass dieser Typ da sich gerade für eine andere interessiert; ich werde es überleben, dass mir die Rockmusik meines Jugendcafés fehlt und hier nur Mainstreamquatsch gespielt wird; ich werde es überleben, dass ich mal wieder ein Land verlasse und die Menschen schon jetzt vermisse; ich werde es überleben, dass mein Gefühlsleben ein einziges Chaos ist …

Vielleicht ist es die Kombination aus meiner eigenen ‚Beziehung‘ zu diesem Lied mit meiner literaturwissenschaftlichen Beschäftigung mit Erinnerung und Gedenken an die Shoah, dass ein Video, welches schon seit einigen Tagen durch die Presse geht, immer noch in mir nachwirkt.

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Michel Serres, Foto: Linda A. Cicero

Michel Serres’ Philosophie könnte folgendermaßen charakterisiert werden: Wenn zwei miteinander streiten, freut sich der Dritte. Diese entschiedene Verzerrung eines Denkens, das sich von der Wissensgeschichte über eine subversive synästhetische Theorie bis hin zu eben jenem Recht der Natur erstreckt, zehrt ihrerseits von Serres’ Begriff des Kommunikation, den er in den 60er und 70er Jahren in Anschlag zu bringen wusste, als die französische Avantgarde des (Post-)Strukturalismus dem Begriff der Produktion in diversen Theoriebildungen nachging. Hierbei war es ihm weniger darum zu tun, das Medium als eigentliche Nachricht zu ermitteln, als jenen Zwischenraum zu erkunden, der zwei disparate Seiten in Übertragungsphänomenen sowohl trennt als auch mittels eines mehr oder weniger variablen Codes verbindet.

Die Gespräche zum Wassermusikfestival im Haus der Kulturen der Welt, das dieses Wochenende in Berlin stattfand, brachten so nicht allein ein äußerst dynamisches und komplexes Denken eines Philosophen zum Vorschein, sondern vollzogen gleichsam in Echtzeit eine Theorie der Relation, deren Grundannahme darin besteht, den Abfall, das Rauschen, die Reibung, das Knistern, das Beiherspielende oder, wie Serres es einmal nannte: das Parasitäre, als notwendige Bedingung des nicht nur gesellschaftlichen Zusammenseins zu setzen.

Serres illustrierte dies mehrmals anhand des Übersetzens: Während er auf Französisch vortrug und das Publikum über Kopfhörer die Simultanübersetzung von u. a. Vincent v. Wroblewsky, dem Sartre-Übersetzer, genießen konnte, kommentierten Lorenz Engell oder Alexander Kluge auf Deutsch. Der Dritte, so Serres, bildet in diesen Gesprächen das notwendige Übel, den unerlässlichen Parasiten, der einerseits die Kommunikation zwischen beiden und dem anderen Dritten, sprich dem Publikum, ermöglicht sowie andererseits das Gerede verzerrt, verunreinigt, ja sogar veruntreut, manipuliert, verschleppt. (mehr …)

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