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Meine Wahl

begann heute morgen damit, rot links liegen zu lassen und schwarz zu folgen: solange, bis es mit schwarz nur noch abwärts ging…
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Da war ich aber noch längst nicht dort angelangt, wo ich eigentlich hinwollte. Also habe ich gelb eine Chance gegeben, mich ein Stück zu begleiten. Das hat einige Zeit auch ganz gut funktioniert. Aber plötzlich ging es weder mit schwarz, rot, gelb, noch mit blau – ja, noch nicht einmal mit grün
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(was im Wald erstaunlich selten anzutreffen war!) weiter.

Die Farben-Wahl war gescheitert – eine Alternative musste her, aber welche? Die Auswahl war nicht gerade gering:

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und als ob diese Möglichkeiten nicht schon genügt hätten, gabelten sich die Wege immer in mindestens 3 Richtungen, versehen mit stets neuen Wegmarkierungen (aber nur selten mit Ortsangaben):

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An klare  (rot oder weiß oder rot-weiß-rot etc.) bzw. gar keine Wegmarkierungen (stattdessen: Steinmännchen) im (Hoch)Gebirge gewöhnt, schien es, dass ich an der Farben- und Symbolpracht der Nassauischen Schweiz scheitern sollte – keine 600m ü. NN! Das konnte nicht sein.

Ich beschloss, den Waldbewohnern mehr zu vertrauen, als den vermeintlich eindeutigen Hinweisen auf architektonische Meisterleistungen und folgte von nun an dem Wildschwein

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 Paradox, vielleicht, war ich doch auf dem Weg zu einem Tempel im Taunus, der mir umso geheimnisvoller vorkam, je länger sich die Suche nach ihm gestaltete… Zwei Stunden später allerdings und etliche Kilometer weiter (nicht zuletzt ‚dank‘ einer Schleife, als ich vorübergehend die Wildschweinfährte verloren hatte) durfte ich erleichtert feststellen:

Das anfängliche Wahl-Dilemma hatte doch noch ein gutes Ende gefunden. Deshalb kann ich nur allen empfehlen: Folge dem Wildschwein und es führt dich zum Tempel!

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»A… Stopp!«, halte ich mein innerliches »Aber« an, das zu einer Grundsatzdiskussion anheben will. Schließlich bin ich doch übers Wochenende aufs Land gefahren, um mich zu erholen. Den Kopf aus- und ein paar Muskeln anspannen, damit für die Herausforderungen der nächsten Monate wieder Energie da ist.

Blick durch Blattwerk auf einen klaren SeeIch bleibe also entspannt, was mich aber nicht daran hindert, mich zu wundern. Offenbar bewege ich mich in der Stadt üblicherweise in so weit ‚aufgeklärten‘ Kreisen, dass die mir hier auf dem Land entgegenprallenden stereotypen Erwartungen an ’normale‘ Arbeitsteilung der Geschlechter wie aus einer anderen Zeit zu kommen scheinen. In der Stadt wurde meine männliche Begleitung jedenfalls noch nie per Handschlag dafür bedauert, kein Taschengeld zu bekommen, nur weil ich den Eintritt für beide zahle.

Auch der Humor des jungen und mit guter Stimme ausgestatteten Musikers in einem anderen Etablissement hier auf dem Land baut relativ einseitig auf Männer-Frauen-Witzen auf. (mehr …)

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ApfelSchuld sein oder nicht schuld sein, das ist hier die Frage, der sich die folgenden Überlegungen widmen. Und zwar unter der vorläufigen These, dass sich die Schuldzuweisungen seit Adam und Eva verändert haben – aber nur ein bisschen. Wenn etwas schief ging, im Kleinen wie im Großen, wiesen lange Zeit als Männer erzogene Menschen die Schuld den Frauen oder einer konkreten Frau zu: Eva sollte schuld an der Vertreibung aus dem Paradies sein, weil sie Adam verführt habe; Helenas Schönheit schuld am Trojanischen Krieg und so weiter.

Diese Interpretationen wurden so erfolgreich tradiert, dass sie auch von den meisten als Frauen erzogenen Menschen als zutreffend akzeptiert wurden – und immer noch werden. Immer noch denken Frauen öfter als nötig, dass sie schuld an irgendetwas seien. Männer hingegen haben sich ein Stück weiterentwickelt. Sie sagen mittlerweile meist: „Der Apfel ist schuld.“ (Dass sie selbst eine gewisse Verantwortung tragen könnten, scheint immer noch vielen ein absurder Gedanke.)

Woher diese Behauptungen stammen? Nun, sie sind natürlich viel zu verallgemeinernd und in dieser Verabsolutierung nicht haltbar. Sie speisen sich aber aus vielen Beobachtungen im Kleinen (ohne dass ich das empirisch untersucht hätte, Widerspruch wird also gerne zur Korrektur der eigenen Weltsicht entgegen genommen). Hier drei Beispiele dieser Kleinstbeobachtungen: (mehr …)

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Ich-will-Frühling!! Das ist eine auf Facebook-Seiten gerade sehr vehement vertretene Forderung.

Daher eine kleine Aufmunterung, ein Rat aus dem „Immerwährenden Hauß= und Land=Wirthschaffts=Calender“ von 1696:

»Der Anfang des Frühlings ist gemeiniglich angenehmer als das End/
dieweiln das Ende windig und truncken zu seyn pfleget.
Es ist aber die angenehmste und lustigste Zeit des gantzen Jahrs/
und gleichsam eine Figur des zukünfftigen Lebens/
in welchem … nach einem kalten schaurichten Winter … die Ewige Freud erlanget wird.«

… klingt doch nicht schlecht: das Ende wird trunken sein und es ist immer noch die lustigste Zeit des Jahres und später, in der Ewigkeit, solls genauso weitergehen.
Also durchhalten und weiter auf den Frühling bestehen!

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das ist doch kein wetter!

Damit es nicht zu emotional wird, beschränke ich mich aufs Zitieren derer, die das professionell beurteilen:

Deutschland erlebte 2011 einen trüben, besonders im Südwesten kühlen und vor allem im Osten nassen Juli. Es war der erste zu kühle Monat in diesem Jahr. Im Vorjahr hatte der Juli noch mit viel Sonnenschein und großer Hitze aufgetrumpft. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

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International Year of Forrests 2011

Das Jahr 2011 ist das Internationale Jahr der Wälder. Dies hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Dezember 2006 entschieden, um mit der Kampagne die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Arten von Wäldern zu fördern. Für die Koordination des deutschen Beitrags zum Schutz des „Waldkulturerbes“ hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ein entsprechendes Kampagnenbüro eingerichtet. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff sind im Laufe des Jahres 5000 bundesweite, regionale und lokale Veranstaltungen geplant, die dazu anregen sollen, sich über den Wald zu informieren und ihn neu zu entdecken. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen erklärt in seinem Grußwort, dass das Jahr der Wälder als „ein Weckruf“ zu verstehen sei, denn: „Der Wald braucht unseren Schutz.“

Der Freistaat Sachsen beteiligt sich an dem hehren Vorhaben nun mit einer grotesken Aktion: Mit einem Budget von einem dreistelligen Millionenbetrag soll durch die künstliche Verknappung der heimischen Baumbestände der Wert des sächsischen Waldes erhöht werden. Das Ausmaß dieser Initiative lässt sich nur überschlagen: Angenommen, die Fällung eines Baumes kostet 1.000 Euro, so erlauben 100.000.000 € die Abholzung von 100.000 Bäumen. Veranschlagt man weiterhin 10 m², die ein Baum für sich beansprucht, so lässt sich das sächsische Waldkulturerbe mit diesem Budget also um eine Million Quadratmeter Forst verknappen und sein Seltenheitswert damit bedeutend erhöhen.

Leipziger Waldkulturerbe

Leipziger Waldkulturerbe

Die Spuren der großflächigen Rodungen sind bereits an vielen Stellen im Land zu besichtigen. Ist dies wieder einmal die eigenwillige sächsische Art, sein Kulturerbe öffentlichkeitswirksam zu inszenieren? Im Fall der Waldschlösschenbrücke waren es ökonomische Gründe, die das Dresdner Elbtal erfolgreich für die Rote Liste des gefährdeten Welterbes empfahlen und schließlich zu einer bisher einmaligen Aberkennung des UNESCO-Weltkulturerbetitels führten.

Das sächsische Waldkulturerbe darf nun auf keine bevorzugte Behandlung hoffen. Auch dieses muss ökonomischen Interessen weichen – die auch hier wieder etwas mit Flussufern zu tun haben. Nur geht es diesmal nicht um deren Überbrückung, sondern um deren Eindeichung. Denn die großflächige Rodung wird, unter „Gefahr im Verzug“, mit Hochwasserschutzmaßnahmen begründet.

Tornado-Erlass fegt Deiche leer

Worin die Gefahr besteht, das hat der sächsische Umweltminister Frank Kupfer (CDU) im August letzten Jahres erklärt. Wie sich nämlich Mitte 2010 bei Meißen gezeigt habe, könnten umstürzende Bäume durch plötzlich auftretende Tornados Löcher in die Deiche reißen, wodurch sie ein nicht akzeptables Restrisiko für die Landesbevölkerung und ihre Sachwerte darstellen.

So hat der sogenannte „Tornado-Erlass“ die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, alle Bäume zu fällen, die auch nur in der Nähe sächsischer Deiche wachsen. Dann können sie schließlich nicht mehr umfallen; stattdessen lassen sich praktische Deichstraßen anlegen, um schnell Sandsäcke an brüchige Stellen zu transportieren. Zwei Drittel der insgesamt 680 Kilometer Deiche waren mit Gehölzen bewachsen. Nach der Flut 2002 wurden bereits 105 Kilometer abgeholzt; innerhalb der nächsten Monaten und Jahren sollen nun noch weitere 100 Deichkilometer „beräumt“ werden.

Auwald, schattenfrei

Auwald, schattenfrei

Da geplant ist, einer Schneise von 5 Metern Breite an beiden Uferseiten zu schlagen, um die Deiche von bedrohlichen Bäumen zu befreien, kommt man so auf die oben überschlagenen 1.000.000 m². Wenn die Maßnahme abgeschlossen ist, wird es keine Schatten mehr auf den betroffenen Deichen geben. Viel schlimmer ist aber, dass wichtige Biotopverbundstrukturen beseitigt werden, die nicht nur das Landschaftsbild dramatisch verändern, sondern auch den großflächigen Verlust von Lebensräumen geschützter Tier- und Pflanzenarten bedeuten.

Doch „Gefahr im Verzug“ schlägt „Naturschutz“, und so brauchen die anerkannten Naturschutzvereine  nicht an den Plänen beteiligt werden, wie es sonst bei derart drastischen Eingriffen auch in Landschafts- und Naturschutzgebiete obligatorisch ist. Die zuständige Landestalsperrenverwaltung (LTV) darf ungestört ihres traurigen Amtes walten. Die betroffenen Vereine sind verständlicher Weise außer sich und auch viele Bürger können das Ausmaß der fortschreitenden Zerstörung ihrer Wälder nicht verstehen. Denn um ein Verständnis der Bürger muss bei „Gefahr im Verzug“ nicht geworben werden. Es geht schließlich um ihre Sicherheit. (mehr …)

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Kuhmist mit Flieg

Ob die Vorlage für dieses künstlerische Produkt von einer Bio-Kuh oder einer Milchkuh aus konventioneller Fütterung stammt, ließ sich leider nicht mehr rekonstruieren. Dafür gibt der Künstler dem interessierten Laien die Möglichkeit, nach der genauen Betrachtung seiner Werke endlich die bayerische Kuh von der bayerischen Bio-Kuh zu unterscheiden! Und wer möchte diese Fähigkeit nicht besitzen!?

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