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Posts Tagged ‘Open Access’

In einem schon etwas älteren Text auf Telepolis, schimpft Frank Hartmann über das verbohrte Festhalten an veralteten Publikationstraditionen – vor allem in den Geisteswissenschaften. Erfreulich nüchtern stellt er die Frage, wer denn eigentlich Nachteile hätte, wenn das Geschäftsmodell von Verlagen durch das Netz ad absurdum geführt werde – außer den Verlagen natürlich.

Der Begriff des geistigen Eigentums ist in dieser Debatte der am stärksten missbrauchte. Reflexhaft dessen per Gesetzesverschärfung verlangten „Schutz“ zustimmend, meinen ahnungslose Autoren, ihre Eigeninteressen zu wahren. Doch es handelt sich wesentlich um eine Wahrung der Verlagsinteressen an ihrem hergebrachten Geschäftsmodell.

Wie, mit wem und wie lange Verlage schon Lobbyarbeit führen, hat Matthias Spielkamp auf irights.info zusammengestellt. Aus einem unveröffentlichten Memorandum zitiert er:

Daher müsse ein neues Recht eingeführt werden, das nicht vom Recht der Autoren abgeleitet ist und den Verlagen ein eigenes Recht an Veröffentlichungen einräumt.

 

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Der Chemiker und Wissenschaftsblogger Lars Fischer hat am 22.10.2009 eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, die einen freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen fordert.

Fischer begründet die Open-Access-Forderung damit, dass nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich etwa 12 Milliarden Euro an Steuergeldern in Forschung und Entwicklung investiert werden. Da die Ergebnisse dieser Forschung jedoch überwiegend in kostenpflichtigen Zeitschriften publiziert werden, muss der Steuerzahler für die von ihm finanzierten Forschungsergebnisse erneut bezahlen. Denn wegen der hohen Kosten und der Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften sind Forschungsergebnisse nur in wenigen Bibliotheken einsehbar. So wird den meisten Bürgern der Zugang zu der von ihnen finanzierten Wissenschaft nicht nur erschwert, sondern de facto verschlossen.

Ein gesetzlich geregelter, entgeltfreier Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, soll diesem Missstand abhelfen. Wobei Fischer klarstellt:

„Goldener“ Open Access bedeutet, dass die Fachzeitschrift selbst kostenlos zugänglich ist. Das ist nicht Thema der Petition. Die Petition bezieht sich ausschließlich auf „grünen“ Open Access, bei dem die Autoren ganz normal in Fachzeitschriften publizieren, aber das recht behalten, ihre Arbeit anderweitig verfügbar zu machen, zum Beispiel in einem zentralen Online-Archiv.

Bis zum 22.12.2009 können Bürgerinnen und Bürger – und natürlich auch Wissenschaflerinnen und Wissenschaftler – Fischers Petition unterstützen.

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