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Posts Tagged ‘Ottmar Ette’

Veranstaltungsort für "Literatur um Elf"

 

 

„Literatur um elf“ ist eine Erfindung der Neuen Literarischen Gesellschaft in Marburg. Dafür wäre werktags wohl kaum Zeit vorhanden, doch ein Sonntagmorgen und das ehrwürdige Café Vetter haben sich bewährt. Die Veranstaltungsreihe ist nun schon über dreißig Jahre alt. Kein Termindruck, keine eintönigen Seminarräume, eine kleine Stärkung dazu – das sind gute Voraussetzungen für eine Lesung oder wie kürzlich für einen Vortrag: Extra aus Berlin kam Ottmar Ette, seines Zeichens Professor für Romanische Philologie an der Universität Potsdam. Trotz einer mehrfachen „ICE-Havarie“, die nur mit einer Taxifahrt von Kassel nach Marburg auszugleichen war, wirkt Ette außerordentlich souverän, als er scherzhaft in die Runde fragt, ob er nach diesen Vorfällen noch weiter auf seinem Gebiet forschen sollte.

Weder doziert noch plaudert er über „Reisen und Literatur“. Es ist eben nicht nur die Reiseliteratur, sondern das Phänomen des literarischen Reisens allgemein, das Ette interessiert. Er wählt eingängliche Formulierungen, die mündlich genauso konzentriert aufgenommen werden können wie in schriftlicher Form.

Ette weiß um die Erkenntnisse der Kognitionswissenschaft. Die kontinuierliche Bewegung der Pupillen während der Textlektüre stützt seine These, dass Literatur ohne Bewegung nicht auskommen kann. Da Reisen auch im übertragenden Sinne die Flucht in mentale Bilderwelten bedeuten kann, ist es auch nicht verwunderlich, dass die Pupillen sich über dem Buchstabenmeer fiktionaler Texte anders verhalten als bei Sachtexten.

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