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Posts Tagged ‘Roman’

Irgendwie kann man schon gar nicht mehr völlig vorbehaltlos einen Roman in die Hand nehmen, der sich der DDR-Zeit widmet. Handelt es sich wieder um eines dieser nostalgischen Bücher? Um eine Darstellung ostdeutscher Vergangenheit, die entweder zur dümmlichen Komik verkommt oder der persönlichen Abrechnung dient; anklagt, aber nicht erzählt? Solche Bücher haben ja durchaus ihre Daseinsberechtigung, sind aber nicht unbedingt ein Lesevergnügen … Das kann man nie wissen, was das für ein Buch ist, und muss es daher immer wieder darauf ankommen lassen.

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Eugen Ruge erzählt mit seinem Roman In Zeiten des abnehmenden Lichts. Roman einer Familie (2011) eine Geschichte jüngster Vergangenheit und zwar so, dass man begeistert ist, dass man überrascht ist, beschämt, empört, dass man gerührt wird und lachen muss und am Ende denkt: So vielschichtig kann das Leben gewesen sein. Es ist ein Buch über Beziehungsgeflechte und Familienkonstellationen. Ein Buch, das einem bewusst macht, wie beschränkt die eigene Perspektive auf das Leben ist und dass man selbst von denjenigen, mit denen man aufs engste zusammenlebt, immer nur die kleinen Ausschnitte erfährt, die sie einem verraten oder die man erspürt, ohne sicher sein zu können, was man eigentlich weiß vom anderen. Und dass man manchmal eine Geschichte teilt, ein Leben, einfach nur deswegen, weil man dabei gewesen ist. (mehr …)

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