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Posts Tagged ‘Südafrika’

Man muss gespannt sein auf den neuen Film von Mika Kaurismäki. Ab dem 10. November wird Mama Africa – Miriam Makeba in den deutschen Kinos anlaufen. In seinem Dokumentaressay entwirft Mika Kaurismäki, Bruder des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki, eine Hommage an die große Stimme Afrikas, Miriam Makeba (1932-2008).

Die südafrikanische Musikerin mit dem klangvollen Namen Zenzile Makeba Qgwashu Nguvama Yiketheli Nxgowa Bantana Balomzi Xa Ufun Ubajabulisa Ubaphekeli Mbiza Yotshwala Sithi Xa Saku Qgiba Ukutja Sithathe Izitsha Sizi Khabe Singama Lawu Singama Qgwashu Singama Nqamla Nqgithi kämpfte seit den 1960er Jahren mit ihrem Gesang gegen Armut, Apartheid und Diskriminierung. Die Musik war ihre Waffe, um für Frieden und soziale Gerechtigkeit zu streiten.

In ihren Liedern vereint Makeba die musikalischen Traditionen der Xhosa und Zulu, ihrer südafrikanischen Ahnen, mit dem westlichen Jazz und Funk der 60/70er Jahre. Sie singt über das Leben in den Townships von Kapstadt und Johannisburg, über den sexuellen Missbrauch an jungen Frauen, die dem Wahn zum Opfer fallen, Sex mit Jungfrauen könnte AIDS heilen. Ihre Lieder sprechen von Gewalt, Armut und Umweltverschmutzung – aber auch von der Kraft des Menschen, die Dinge zu verändern. Von der Liebe und der Macht der Musik, die Herzen zu befrieden und die Menschen zum Aufbruch zu bewegen.

„Ich singe nicht über Politik. Ich erzähle Geschichten meines Landes“, soll sie gesagt haben.

Wegen ihres engagierten Auftretens durfte Makeba 1960 nicht mehr nach Südafrika einreisen. Sie lebte in London, den USA und wurde auch dort ausgewiesen, nachdem sie 1968 den „Black Power“-Aktivisten Stokely Carmichael geheiratet hatte. (mehr …)

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Es ist nicht leicht gut zu leben. Diese Feststellung musste ich heute bei einem Besuch im örtlichen tegut…-Markt machen, der mit dem Slogan ‚Gut essen, besser leben‘ wirbt. Dabei hatte ich mich doch so gut gefühlt mit meiner kürzlichen Entscheidung, auf Fleisch von unglücklichen Tieren zu verzichten und mein Gemüse möglichst nur noch auf dem samstäglichen Markt zu kaufen und ansonsten auf ‚bio‘ zu achten.

Erdbeeren

Ja, ich weiß, ich bin ein Spätzünder. Nach der Lektüre von The Omnivore’s Dilemma, In Defense of Food, dem Greenpeace-Pestizid-Bericht und der vorbildlichen Nahrungsauswahl befreundeter Vegetarier war nun endlich auch ich mürbe und bereit, Konsequenzen zu ziehen. Ich sah ein, dass ich für  gute Lebensmittel, gute Lebensbedingungen der Bauern, eine gesunde Natur und einen gesunden Körper mehr Geld ausgeben musste als bei meinen bisherigen Einkaufstrips zu den bekannten Discountern. Und dass ich dafür im Gegenzug auf einige Dinge verzichten würde, wie eben auf Fleisch und Fertiggerichte (hallo Tütensuppen!) und Süßigkeiten. Es schien alles so einleuchtend, und einfach. Und ich fühlte mich, ich gebe es zu, wie ein besserer Mensch – ‚besser‘ im Vergleich zu meinem früheren, ignoranten Ich.

Dass das Ganze nicht so einfach war, wie es schien, hätte mir schon klar sein müssen, als mein Freund mich nach meinem begeisterten Plädoyer für Bio-Obst und regionale Produkte trocken darauf hinwies, dass ich ja nun wohl auch keine Nektarinen mehr essen dürfe. Die reiften ja bekanntlich nicht in Nordhessen. Was?! Verzicht auf meine geliebten Nektarinen?! Unvorstellbar. Wütend bezichtigte ich ihn der mutwilligen Sabotage an meinem Projekt ‚besserer Mensch‘ durch die Totschlagforderung ‚Ganz-oder-garnicht‘. Auch ich hatte mich so lange aus der Affäre gezogen.

Bei unserem nächsten Marktbesuch verzichtete ich dann auf den Kauf von Bio-Nektarinen. Hatte seine Sabotageaktion Erfolg? (mehr …)

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